Akte SC Freiburg
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Schlüsselfiguren — SC Freiburg

Volker Finke holt den SC 1993 in die Bundesliga und 1995 auf Rang drei. Achim Stocker bürgt mit seinem Haus für den Klub. Joachim Löw schießt 63 Zweitliga-Tore, Christian Streich bleibt 12 Jahre Cheftrainer.

ORACLE · LIVE Spieltag 32 · Sa., 09.05., 13:30
Augsburg Gladbach
Heim 46.3% 2.09
Unent. 25.9% 3.74
Ausw. 27.9% 3.47
CLUB ECONOMICS BETA
92
Financial Stability Score
Eigenkapital152 Mio €
Personalquote38,8%
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Schlüsselfiguren

Volker Finke: Er erfindet den SC Freiburg moderner Prägung.

Volker Finke: 16 Jahre Cheftrainer und Architekt des modernen SC

Der Querdenker aus Nienburg führt Freiburg 1993 in die Bundesliga und 1995 auf Platz drei nach Europa.

Wer weiß, wie die Geschichte des SC ohne das Trainer-Engagement von Volker Finke verlaufen wäre? Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anders als ohne den Fußball-Querdenker aus Nienburg an der Weser, den es 1991 nach Unstimmigkeiten mit dem Präsidium des TSV Havelse und Ablehnung durch Hannover 96 als Coach in den Süden verschlägt. Dort baut Finke sein Lebenswerk.

Mit Akribie, ganz viel Menschenkenntnis und dem untrüglichen Gespür für Talente bringt Finke, der mit seinem Assistenten Achim Sarstedt im Schwarzwaldstadion sogar einen eigenen Strandkorb hat, den Sport-Club 1993 in die Bundesliga. Die Krönung: 1995 führt er seine Truppe auf Rang drei in der Bundesliga und damit nach Europa. Auch 2001 gelingt der Sprung in den UEFA-Pokal.

Er bleibt 16 Jahre im Amt, das ist Rekord im deutschen Profifußball und leitet 564 Punktspiele. Als Verbandscoach betreut der mehrsprachige Ex-Lehrer bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien die ,,unbezähmbaren Löwen“ aus Kamerun.

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Achim Stocker: Der Präsident, der mit dem eigenen Haus bürgt

37 Jahre lang prägt der Regierungsdirektor den Klub — und verfolgt Spiele am Ende nur noch im Videotext.

Achim Stocker (1935 – 2009): Der Präsident schaut Videotext. Kein anderer Präsident hat das Amt in Freiburg so geprägt wie Achim Stocker. Ein Beamter, ein Regierungsdirektor bei der Oberfinanzdirektion in Freiburg mit einer riesigen Begeisterung für den Fußball, der den Vorstandsposten 1972 übernimmt und angesichts von finanziellen Turbulenzen einmal sogar mit einer Hypothek auf sein eigenes Haus bürgt.

Der Zahlenmensch Stocker und der ,,linke“ Fußballlehrer Volker Finke, das ist ab 1991 über eineinhalb Jahrzehnte ein Erfolgsgespann in Fußball-Deutschland. Finke hilft auf der Geschäftsstelle mit aus, Stocker darf sonntags bei der Video-Analyse dabei sein. Der rührige Achim Stocker führt den SC Freiburg 1978 in die 2. Bundesliga, dann - mit Finke als Coach - 1993 in die Bundesliga und zwei Jahre später in den UEFA-Pokal.

Für den herzkranken Präsidenten ist der Besuch im Dreisam- später Schwarzwaldstadion mit den Jahren jedoch zu anstrengend. Stocker bleibt zu Hause und verfolgt den Spielverlauf im Videotext, der nur Tore anzeigt. Der Präsident und ,,Macher“ des SC Freiburg verstirbt am 1. November 2009 – an einem Bundesliga-Samstag.

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Joachim Löw: Vom Freiburger Zweitliga-Torjäger zum Weltmeistertrainer

63 Tore in 181 Zweitliga-Spielen für den SC, später Welttrainer 2014 — Löws Karriere beginnt an der Dreisam.

Der Weltmeister-Trainer aus Freiburg. Weltmeister-Karrieren beginnen nicht in Freiburg? Aber sicher doch! Joachim ,,Jogi“ Löw ist bis heute der am meisten eingeblendete Tribünengast in Freiburg. Als Spieler hat sich der Stürmer aus Schönau im Schwarzwald in zwei Karriereabschnitten um den SC Freiburg verdient gemacht und ist heute einer der Ehrenspielführer des Vereins. Löw erzielt 63 Tore in 181 Zweitliga-Spielen für den Sport-Club, die meisten des Klubs im Unterhaus. 1983/84 gelingen ihm 17 Saisontore in 31 Spielen. Das ist Löws beste Saison als Spieler, die Bundesliga wird auf ihn aufmerksam, aber ein Schienbeinbruch in Diensten des VfB Stuttgart verhindert eine große Karriere. Als Trainer hat er mehr Glück und gibt mit dem ,,magischen Dreieck“ beim VfB Stuttgart 1996/97 ein sensationelles Bundesliga-Debüt. Er holt mit den Schwaben im gleichen Jahr den DFB-Pokal. Nach wechselhaften Stationen als Coach in der Schweiz, Österreich und der Türkei sowie beim Karlsruher SC bringt Bundestrainer Jürgen Klinsmann Löw 2004 als Co-Trainer mit zur deutschen Nationalmannschaft, nachdem dieser bei Austria Wien entlassen worden ist. Der Rest ist bekannt: WM-Dritter 2006 im eigenen Land, Vize-Europameister 2008 in Wien, WM-Dritter 2010 in Südafrika und Weltmeister 2014 in Brasilien. Dazu Welttrainer des Jahres 2014. Weltkarrieren können auch an der Dreisam beginnen. Er bringt den Freiburg-Kult auf eine neue Kultstufe. Winter 2011/12. Der SC Freiburg am Boden. Erstmals in der Bundesliga-Geschichte des Vereins wird mit Marcus Sorg ein Trainer entlassen.

Seine Bilanz ist mit 13 Punkten aus 17 Spielen miserabel. Freiburg droht als Tabellenletzter mit bereits fünf Zählern Rückstand auf den 15. Rang der Abstieg. Der SC reagiert und holt mit dem bisherigen Jugendtrainer Christian Streich, der mit dem Fahrrad zum Training kommt, genau den richtigen Mann. ,,Er hat etwas von Heidegger“, vergleicht der Kabarettist Matthias Deutschmann den neuen SC-Coach mit dem berühmten Freiburger Philosophen Martin Heidegger (1889 – 1976 / ,,Sein und Zeit“). Manchmal verschroben, manchmal geistreich, fast immer pointiert, werden Streichs Auftritte bei den Pressekonferenzen zum Klick-Hit. Die Badische Zeitung widmet dem damals 46-Jährigen vom Start weg eine eigene Video-Rubrik (,,Streich der Woche“). Und Streich haut einen Kult-Spruch nach dem anderen raus: ,,Niederlagen helfen nicht, nein“ oder ,,Ich soll eine Kampfansage an Bayern München machen? Na gut. Passt auf, wenn wir kommen, da brennt der Baum! Zieht Euch warm an! “. Der schrullig-liebenswerte Coach führt den SC Freiburg aus dem Tabellenkeller und mit 27 Punkten in der Rückrunde auf Platz zwölf. ,,Manchmal ist es zu viel“, beschreibt Streich im Sommer 2012 in einem Kicker-Spezial den Hype um seine Person, ,,man droht, zu einem Produkt zu werden. “ Diese Gefahr besteht nicht. Ein Jahr später führt Streich den Sport-Club auf Rang fünf in die Europa League. Nun kennt man das Gesicht des SC Freiburg nicht nur im Badener Land.

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Jens Todt: Der erste Nationalspieler in der Geschichte des SC Freiburg

Am 12. Oktober 1994 debütiert der Defensiv-Allrounder gegen Ungarn — und wird 1996 nachnominierter Europameister.

Jens Todt: Freiburgs erster Nationalspieler. Der stille Defensiv-Allrounder kommt 1991 mit seinem damaligen Coach Volker Finke vom niedersächsischen Zweitliga-Absteiger TSV Havelse nach Freiburg. Am 12. Oktober 1994, auf dem Höhepunkt der Freiburger Euphorie in der erfolgreichen Saison 1994/95, beruft Bundestrainer Berti Vogts ihn gegen Ungarn zum ersten Mal in die deutsche Nationalmannschaft.

Todt wird damit zum ersten deutschen Nationalspieler in der Geschichte des SC Freiburg, kommt auf drei Einsätze und sorgt für eine Rarität in der DFB-Historie. Angesichts zahlreicher Sperren und Verletzungen nominiert ihn Vogts bei der EURO 1996 in England nach, Jens Todt darf sich somit ohne Einsatz Europameister nennen.

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92
von 100

SCF — Financial Stability Score

StabilHöchste EK-Quote der Liga (80,…
Platz 1 der Bundesliga · Liga-Ø 58

Freiburg ist das Anti-BVB: Kein Glamour, keine Mega-Transfers, kein CL-Anspruch — dafür die stabilste Bilanz der gesamten Liga. EK-Quote 80,3%, PK-Quote 38,8%, praktisch schuldenfrei. Das Streich/Schuster-Modell beweist: Man kann im Profifußball finanziell gesund wirtschaften. Die Kehrseite: Die sportliche Decke ist strukturell begrenzt. Freiburg wird nie Meister — aber auch nie in finanzielle Not geraten.

Streichs Abschied und die ruhige Hand dahinter

Christian Streich: Sein Abschied im Sommer 2024 ist nicht nur ein Freiburger, sondern ein gesamtdeutsches Ereignis.

Christian Streichs Abschied 2024: ein gesamtdeutsches Ereignis

Nach 12 Jahren als Cheftrainer geht Streich im Sommer 2024 — als dienstältester Coach der Bundesliga.

Christian Streich: Sein Abschied im Sommer 2024 ist nicht nur ein Freiburger, sondern ein gesamtdeutsches Ereignis. 12 Jahre Cheftrainer, dienstältester Coach der Bundesliga, Menschenfänger, Philosoph, Polit-Kommentator an der Seitenlinie. Seine Abschiedspressekonferenz geht viral.

Spieler weinen, Journalisten applaudieren, selbst gegnerische Fans zollen Respekt. Streich hat den SC Freiburg nicht nur sportlich auf ein nie dagewesenes Niveau gehoben, sondern dem Verein eine Haltung gegeben.

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Jochen Saier, Vincenzo Grifo und Matthias Ginters Rückkehr 2022

Sportvorstand Saier hält die Linie, Grifo wird Italien-Nationalspieler, Ginter kommt ablösefrei aus Gladbach.

Jochen Saier ist seit 2014 Sportvorstand des SC Freiburg und prägt die Transfer- und Kaderstrategie der Streich-Ära. Sein nüchterner, dataorientierter Ansatz steht für die Freiburger Identität: kein Star-Einkauf, dafür systematische Talententwicklung und Verkaufstiming auf dem Markt.

Vincenzo Grifo wird 2017 für 6 Mio Euro verkauft, kehrt 2019 für unter 10 Mio zurück und entwickelt sich zum Kapitän und Bundesliga-Top-Scorer. Matthias Ginter kommt 2022 zurück nach Freiburg — vom DFB-Nationalspieler zur Stütze der Defensive. Beide Rückkehrer-Geschichten zeigen die Saier'sche Personalpolitik: Spieler kennen, kontaktieren, halten oder zurückholen.

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SCF im Liga-Vergleich

Eigenkapital-Quote
80,3%
Liga-Ø 34,1%
Personalkosten-Quote
38,8%
Liga-Ø 47,9%
Verbindlichkeiten-Quote
11,7%
Liga-Ø 47%
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Häufige Fragen

Wer sind die größten Legenden von Freiburg?
SC Freiburg wurde von herausragenden Persönlichkeiten geprägt — Spieler, Trainer und Funktionäre, die den Verein geformt haben.
Welche Trainer waren bei Freiburg am erfolgreichsten?
Die prägendsten Trainer und ihre Ären bei SC Freiburg werden im Schlüsselfiguren-Kapitel porträtiert.
Wer hat Freiburg am meisten geprägt?
Die wichtigsten Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte — von Gründervätern bis zu modernen Ikonen.
Was behandelt das Kapitel Schlüsselfiguren beim SC Freiburg?
Porträts der prägendsten Personen: Volker Finke als Architekt des modernen SC, Präsident Achim Stocker, Welttrainer Joachim Löw, Kult-Coach Christian Streich, der erste Nationalspieler Jens Todt sowie Sportvorstand Jochen Saier in der Update-Phase 2020–2026.
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