Akte SC Freiburg
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Achim Stocker: Der Präsident, der mit dem eigenen Haus bürgt

37 Jahre lang prägt der Regierungsdirektor den Klub — und verfolgt Spiele am Ende nur noch im Videotext.

Achim Stocker (1935 – 2009): Der Präsident schaut Videotext. Kein anderer Präsident hat das Amt in Freiburg so geprägt wie Achim Stocker. Ein Beamter, ein Regierungsdirektor bei der Oberfinanzdirektion in Freiburg mit einer riesigen Begeisterung für den Fußball, der den Vorstandsposten 1972 übernimmt und angesichts von finanziellen Turbulenzen einmal sogar mit einer Hypothek auf sein eigenes Haus bürgt.

Der Zahlenmensch Stocker und der ,,linke“ Fußballlehrer Volker Finke, das ist ab 1991 über eineinhalb Jahrzehnte ein Erfolgsgespann in Fußball-Deutschland. Finke hilft auf der Geschäftsstelle mit aus, Stocker darf sonntags bei der Video-Analyse dabei sein. Der rührige Achim Stocker führt den SC Freiburg 1978 in die 2. Bundesliga, dann - mit Finke als Coach - 1993 in die Bundesliga und zwei Jahre später in den UEFA-Pokal.

Für den herzkranken Präsidenten ist der Besuch im Dreisam- später Schwarzwaldstadion mit den Jahren jedoch zu anstrengend. Stocker bleibt zu Hause und verfolgt den Spielverlauf im Videotext, der nur Tore anzeigt. Der Präsident und ,,Macher“ des SC Freiburg verstirbt am 1. November 2009 – an einem Bundesliga-Samstag.

Jogi Löw — mit modischer 80-er Jahre Frisur am 31.05.1980 auf der Bank des SC Freiburg. Foto: Imago Images
Jogi Löw — mit modischer 80-er Jahre Frisur am 31.05.1980 auf der Bank des SC Freiburg. Foto: Imago Images