Personae Non Gratae
Gertjan Verbeek: Kollegial-unkollegial. Der Niederländer, der bei jedem Catweazle-Doppelgänger-Wettbewerb eine echte Siegchance hätte, verkracht sich 2013/14 in Diensten des 1. FC Nürnberg mit Christian Streich. „Das habe ich noch nie mitgemacht“, sagt Verbeek nach dem 2:3 im Abstiegsduell in Freiburg dem Pay-TV-Sender Sky – und boykottiert anschließend die Pressekonferenz. Verbeek bringt vor allem Streichs Verhalten am Spielfeldrand in Rage. „Ich will mich nicht neben meinen Kollegen setzen. Das ist für mich kein Kollege“, begründet er sein Fernbleiben von der PK, „wie ein Verrückter hat er agiert, bei jedem Mal, wenn etwas passiert ist.“ Eine Entschuldigung Streichs würde er nicht akzeptieren, erklärt Verbeek weiter. Offenbar hat er diese Sichtweise exklusiv. „Unglaublich, so eine Unterstellung. Das ist Wahnsinn, so etwas zu sagen“, sagt Streich mit gewisser Fassungslosigkeit, „das ist mir völlig unerklärlich. Ich bin emotional – aber null gegen ihn.“
Wladimir But: Flucht vor den Schulterklopfern. Es geht alles zu schnell für den technisch hoch beschlagenen Mittelfeldspieler aus Russland, der mit 19 Jahren in Diensten von Borussia Dortmund Champions-League-Sieger (1997) und im Jahr 2000 zum SC Freiburg abgeschoben wird. „Du bist das größte Talent, mit dem ich je gearbeitet habe“ soll BVB-Coach Nevio Scala dem Russen zugeflüstert haben. In Freiburg versucht But einen Neuanfang. Er gilt als Lebemann, aber Volker Finke schafft es im ersten Jahr (2000/01), ihn wieder auf Kurs zu bringen. Zwölf Torbeteiligungen in 24 Spielen sind Buts beste Leistung in einer einzelnen Saison in der Bundesliga. Doch der Russe, dem aus Dortmunder Zeiten der Ruf eines Quertreibers vorauseilt, verzettelt sich auch in Freiburg. 2003 wird sein Vertrag nicht mehr verlängert, But landet in der Vereinslosigkeit, scheitert mit dem Comebackversuch in Hannover und strandet schließlich 2010 bei OFI Kreta. „Es ist nie gut für die persönliche Entwicklung, in so jungen Jahren aus dem gewohnten Umfeld herausgerissen zu werden“, sagt Freiburgs Trainerlegende Volker Finke über ihn, „und die vielen Schulterklopfer, die dir die ganze Zeit sagen, wie toll du bist, tun ihr Übriges.“

Jens Lehmann: Ein fieser Tritt. Der Nationaltorhüter leistet sich beim Gastspiel mit Borussia Dortmund in der BVB-Meistersaison 2001/02 (5:1) einen unfassbaren Aussetzer. Er tritt beim Stand von 1:1 gegen den Freiburger Soumaila Coulibaly übel nach, als der Profi aus Mali am Boden liegt. Zur Pause verabschieden ihn die Freiburger Fans mit „Lehmann, du Arschloch“-Rufen in die Kabine. Der Keeper wird nicht mal verwarnt, aber vom DFB nachträglich für vier Liga-Spiele gesperrt. Dass Lehmann zum Karriere-Ausklang mit dem Erzrivalen VfB Stuttgart wieder nach Freiburg kommt, macht die Dinge nicht besser…
Der Golfballwerfer: Das Freiburger Publikum genießt einen guten Ruf und bis zum 12. April 2000 bleibt der unbeschädigt. Dann wirft ein 16-jähriger Schüler aus dem Elztal einen Golfball an die Schläfe von Bayern-Torwart Oliver Kahn, der blutüberströmt zusammensackt. Das Spiel wird für drei Minuten unterbrochen, der SCF muss 65.000 DM Strafe zahlen. Zuvor bereits investiert er 1.000 DM in die Identifizierung des Täters, der prompt zwei Tage später gefasst wird und die Tat gesteht. Vor dem Waldkircher Amtsgericht erhält er eine Jugendstrafe.
Christian Bastians galt 2011 intern als Hauptschuldiger an der sportlichen Krise des SC Freiburg. Die Situation verschärfte sich, als er ausgerechnet zu einem Spielerberater wechselte, der beim SC Freiburg zur „Persona non grata" erklärt worden war. Der Vorfall zeigte, wie eng die Freiburger Vereinsfamilie zusammenhält – und wie schnell man aus diesem Kreis fallen kann.