Fun Facts
Der SC Freiburg ist der „etwas andere Bundesligaklub“, das wissen alle. Weniger bekannt sind diese Fakten über die Breisgauer.
Die „Willis“: Anfang des neuen Jahrtausends gönnt sich der SC ein halbes Dutzend Georgier. Die meisten enden auf die Silbe – willi, wie Lewan Kobiashwili oder Alexander Iashwili. Die Fans machen sich einen Spaß daraus und hängen auch an die anderen Namen sowie an den Namen des Trainers bei der Namensdurchsage ein „Willi“. Speziell wird es, als der Deutsche Tobias Willi zum Kader stößt und zum Willi-Willi wird.
Der Rekord-Finke: 16 Dienstjahre beim SC Freiburg von 1991 bis 2007 machen Volker Finke zum Trainer-Rekordhalter des deutschen Fußballs. 2006 überholt Finke den Essener Coach Otto Rehhagel, der von 1981 bis 1995 insgesamt 14 Jahre, 2 Monate und 30 Tage für den SV Werder Bremen gearbeitet hat.
Richard Golz hält gegen sein Trauma: Freiburg, 3. Oktober 1998. Im Bundesliga-Heimspiel des SCF gegen den Hamburger SV läuft bereits die Nachspielzeit. Beim Stand von 0:0 wird ein Elfmeter für die Hamburger verhängt. Der Strafstoß wird zum entscheidenden Moment für den vom HSV nach Freiburg gewechselten Torhüter Richard Golz, damals 30. Zum Elfer tritt der Mann an, der ihn in Hamburg nach elf Profi-Jahren aus dem Tor verdrängt und aus der Hansestadt verjagt hat: Hans-Jörg Butt. „Richie“ hält den Elfmeter seines früheren Konkurrenten – und löst im Dreisamstadion einen Jubel wie nach einem Siegtreffer aus.
Die ersten (nationalen) TV-Bilder des Sport-Club stammen aus dem Jahr 1976! Das 2:8 im DFB-Pokal beim 1. FC Köln im Müngersdorfer Stadion, Freiburgs höchste Auswärts-Niederlage in diesem Wettbewerb, flimmert als erste Partie des SCF in deutsche Wohnstuben. Als Werbefilm ist das Spiel untauglich. Wolfgang Overath, Hannes Löhr, Jürgen Glowacz und Co. schießen die Breisgauer gnadenlos ab, schon zur Pause steht es 4:1.

Fan-Freundschaft: Zwischen dem idyllischen Freiburg und dem knorrigen Ruhrpott entsteht ein Band der Fußball-Fan-Freundschaft. Gelegt wird es auf dem Rasen. Borussia Dortmund hilft Freiburg am letzten Spieltag der Saison 1993/94 im Abstiegs-Fernduell gegen den 1. FC Nürnberg. Ein Jahr später wird erneut gejubelt. Freiburg sichert sich beim BVB-Erzrivalen FC Schalke 04 Platz 3 und damit den UEFA-Cup-Platz, Dortmund wird nach 32 Jahren wieder Deutscher Fußballmeister. Man feiert zusammen in der Bierstadt. Auch die „Meister-Spiele“ 1996 (3:2) und 2012 (4:0) macht der BVB gegen die Breisgauer und auch das Jubiläumsspiel „100 Jahre BVB“ am 19. Dezember 2009 steigt gegen den von Robin Dutt betreuten SC (1:0) – bei minus 20 Grad Außentemperatur!
Torjäger aus Senegal: Papiss Demba Cissé ist einer von vielen namhaften Spielern aus Afrika, die das Trikot des SC Freiburg tragen. Der Stürmer aus dem Senegal erzielt in 65 Bundesliga-Spielen 37 Tore für die Freiburger und ist damit bester afrikanischer Torschütze der Klubgeschichte vor dem Tunesier Adel Sellimi (27 Tore) und Soumaila Coulibaly aus dem Mali (17 Treffer).
2:1 gegen Lautern – Ersatzkeeper Schjönberg hält den SC nicht auf: Am vorletzten Spieltag der Saison 1999/00 braucht der SC Freiburg einen Sieg, um sich vorzeitig vor dem Abstieg zu retten. Das letzte Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern wird zur Geduldprobe. 1:0 führt der FCK durch Jörgen Pettersson, Adel Sellimi gleicht aus. Dann melden sich die beiden Lauterer Keeper Georg Koch (Rücken) und Uwe Gospodarek (Adduktoren) verletzt ab. Feldspieler Michael Schjönberg (33) muss in der 2. Halbzeit ins Tor. Das für Freiburg rettende Tor zum 2:1 von Levan Kobiashvili kann der Däne nicht verhindern, aber in der 84. Minute hält er als erster Feldspieler im Tor eines Bundesligisten einen Foulelfmeter. Alexander Iashvili verschießt den sechsten von elf Freiburger Strafstößen in der Saison. Am Ende egal: Die Breisgauer bleiben drin.
Jakub Blaszczykowski: Der Pole, einst in Diensten von Borussia Dortmund, darf jederzeit gern wieder in Freiburg auflaufen. Er vergibt die größte Torchance aller Zeiten, als er am 20.11. 2010 freistehend vor dem leeren Tor den Ball überhastet über den Kasten haut. Aber den muss man ja auch erst mal machen…
Der Rekord-Transfer: Die Spieler des SC Freiburg haben immer wieder hohe Ablösesummen eingespielt. Keinen Spieler aber gibt man für mehr Geld ab als Caglar Söyüncü (Stand: Dezember 2019). Der türkische Abwehrspieler wechselt im August 2018 für die Freiburger Rekordsumme von 21,1 Mio. Euro zum englischen Premier-League-Klub Leicester City.
Meister? Nur im „Unterhaus“: Der SC Freiburg gehört zu den aktuellen Bundesligisten, die keinen Titel in der höchsten deutschen Spielklasse oder in einem Europapokal-Wettbewerb auf dem Briefkopf haben. Lediglich vier Zweitliga-Meisterschaften (1993, 2003, 2009, 2016) kann man verbuchen.
Das Tor-Fabrikle: Nie hat der SC Freiburg in einer Pflichtspiel-Saison mehr Tore erzielt als 1992/93. In der Aufstiegs-Saison in der 2. Bundesliga trifft die Mannschaft von Trainer Volker Finke 102-mal, das ist zugleich Rekord in der eingleisigen 2. Liga (allerdings in ausnahmsweise 46 Spielen). Bester Torschütze ist der Albaner Altin Rraklli mit 16 Treffern aus 37 Zweitliga-Spielen.
Der Rekordspieler: Andreas Zeyer hat mit dem SC Freiburg so ziemlich alles mitgemacht. Von 1989 bis 1997 in Diensten der Freiburger, steigt Zeyer in die Bundesliga auf, stürmt mit dem Team in den UEFA-Cup und wechselt nach dem ersten Abstieg (1997) zum Hamburger SV. 1999 bis 2004 spielt Zeyer noch einmal für Freiburg und kommt auf die Rekordzahl von 236 Spielen in der Bundesliga. In seinen ersten drei Jahren spielt er zusammen mit Zwillingsbruder Michael, der nach dem Aufstieg 1992 den Sprung in die Bundesliga im Dress von 1. FC Kaiserslautern wagt, später auch in Duisburg spielt (146 Einsätze). Nur zwei Zwillingspaare der Ligahistorie kommen auf mehr Einsätze.
Nils Petersen hält den Bundesliga-Rekord für die meisten Joker-Tore aller Zeiten. Der Freiburger Stürmer, der zwischen 2015 und 2023 für den SC spielte, traf als Einwechselspieler häufiger als jeder andere Spieler in der Geschichte der Liga – ein Rekord, der zu einem Verein passt, der seine größten Erfolge oft von der Bank aus erzielt.
Das neue Europa-Park Stadion wurde 2021 eröffnet und ist das erste Stadion der Bundesliga mit einer komplett begrünten Fassade und einer Solaranlage, die mehr Energie produziert, als das Stadion an Nicht-Spieltagen verbraucht.