Kapitel 03

Für die Hater

Peinliche Katastrophen und große Niederlagen
3 Min. LesezeitAktualisiert: März 2026
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Die höchste Bundesliga-Niederlage des SC Freiburg: 0:7 verlieren die Breisgauer in der Saison 2011/12 beim FC Bayern München. Freiburg-Schreck Mario Gomez trägt sich auf Münchner Seite viermal in die Torschützenliste ein. Der später für Freiburg stürmende Nils Petersen erzielt das 7:0 für den FC Bayern. Im DFB-Pokal muss Freiburg am 2. März 2005 im Viertelfinale ebenfalls eine 0:7-Niederlage gegen den deutschen Rekord-Cupsieger aus München hinnehmen, dieses Mal vor heimischer Kulisse. Wieder gelingen mit Claudio Pizarro einem Bayern-Spieler vier Treffer.

Höchste Heimniederlage: Drei Mal verlieren die Freiburger in der Bundesliga und 2. Bundesliga zu Hause mit 6:0. In der Saison 2003/04 am 17. Spieltag gegen Bayern München, in der Saison 2004/05 am 16. Spieltag gegen Werder Bremen und eine Saison später am 13. Spieltag gegen denselben Gegner.

Die längste Niederlagenserie: Vom 15. bis zum 22. Spieltag verliert der SC Freiburg in der Saison 1996/97 acht Spiele in Folge.

Die meisten Niederlagen in einer Saison: 22 Niederlagen gibt es in der Saison 2004/05 in der Bundesliga.

Die längste Serie an nicht gewonnenen Spielen in einer Saison: 15 Spiele in Serie kann der SCF in der Saison 2004/05 in der Bundesliga nicht gewinnen (vom 20. bis zum 34. Spieltag)

Volker Finke enttäuscht SC Freiburg Trainer 1998
Am 20.02.1998 winkt Volker Finke schon mal enttäuscht ab. Da ist aber noch lange nicht Schluss. Foto: Imago Images/Heuberger, Infografik by Ligalive, Infografik erstellt von Andjela Jankovic im Auftrag von Closelook Venture GmbH

Ebenfalls bemerkenswert peinlich: Gegen Werder Bremen verliert der SCF in der Bundesliga zwei Mal zu Hause mit 0:6 (am 4.12. 2004 und am 21.11.2009).

Das verpasste Pokalfinale: Im Jahr 2013 hat der SC Freiburg die vielleicht größte Chance auf ein nationales Finale und damit auf einen großen Titel. Im schwäbisch-badischen Duell verliert die Mannschaft von Trainer Christian Streich das Pokal-Halbfinale beim VfB Stuttgart mit 1:2. Der große Nachbar aus Stuttgart fährt nach Berlin, verliert dort aber das Endspiel gegen den FC Bayern.

Zweimal „Blech“: Die Jahre 2005 bis 2008 sind in Freiburg geprägt von Zweitliga-Tristesse. Zum ersten Mal, seit der SC 1993 in die Bundesliga gekommen ist, misslingt in dieser Phase – anders als 1998 und 2003 - der direkte Wiederaufstieg. Zweimal in Folge wird Freiburg 2006 und 2007 nur Vierter. Diese Platzierungen leiten auch das „Aus“ für Trainerlegende Volker Finke ein.

Gescheitert in Domzale: Im slowenischen Domzale muss man, um einen badischen Wort-Witz zu nutzen, nicht für den „Dom zahle“ – aber eigentlich müsste der SC Freiburg seinen mitgereisten Anhängern und den TV-Zuschauern der Live-Übertragung Schmerzensgeld für diese Leistung bei NK Domzale geben. 0:2 nach 1:0 im Freiburger Hinspiel im Europa-League-Playoff 2017, das ist eine echte Blamage!

Die schlechteste Mannschaft der Drei-Punkte-Ära: Seit der Einführung der Drei-Punkte-Regelung im Weltfußball zur Saison 1995/96 hat kein Team in der Bundesliga schlechter abgeschnitten als der SC Freiburg in der Saison 2004/05, als er nur 18 Punkte holt (Stand: Dezember 2019). Die Truppe mit Spielern aus 15 Ländern scheint irgendwie nicht so richtig zusammen zu finden und stürmt mit konsequentem Freiburger Offensivfußball im 4-3-3 in Richtung 2. Liga. Zwischen dem 10. und dem 17. Spieltag setzt es für den Sport-Club sieben Niederlagen in Serie. Ab dem 12. Spieltag liegt Freiburg konstant auf einem Abstiegsplatz und am Saisonende sind es 18 Zähler Rückstand (!) auf Platz 15.

Die aus Sicht aller Freiburg-Gegner und Hater bemerkenswerteste und erfreulichste Spielzeit ist die Spielzeit 2004/05 - aus den folgenden Gründen.

Schlechteste Platzierung in der Abschluss-Tabelle: 2004/05 belegt der SC Freiburg Platz 18 in der Bundesliga-Tabelle. Es ist das einzige Mal, dass man als Tabellenletzter absteigen muss.

Wenigste Punkte: 18 Zähler sammeln „Finkes bunte Vögel“ in der Saison 2004/05. Ein Negativ-Rekord der Drei-Punkte-Ära, der bis heute besteht, auch wenn sich der 1. FC Nürnberg 2018/19 mit 19 Punkten nach Kräften bemüht, diese Zahl zu unterbieten…

Meiste Gegentore: Die Freiburger müssen 2004/05 mit insgesamt 75 Gegentoren den Titel „Schießbude der Liga“ akzeptieren, den Titel „Ärmster Hund der Liga“ teilen sich die beiden SCF-Keeper Richard Golz und Timo Reus.

Schlechteste Tordifferenz: 2004/05 bedeutet ein Torverhältnis von Minus 45 das mieseste Ergebnis für den SC Freiburg in der Bundesliga.

Wenigste erzielte Siege: Drei mickrige Siege können die „Breisgau-Brasilianer“, die 2004/05 gar nicht mehr brasilianisch daherkommen, einfahren. In gegnerischen Stadien gelingt nur ein einziger „Dreier“: 1:0 am 2. Spieltag beim VfL Wolfsburg!

Meiste Niederlagen: 2004/05 – Das Zahlenwerk gewordene Grauen für den SC Freiburg. Die Mannschaft kassiert die klubinterne Rekordanzahl von 22 Pleiten.

Schlechteste Heimbilanz: „Zeigt Charakter“, so fordern die frustrierten Fans im Schwarzwaldstadion einmal auf einem Spruchband – doch trotz dieses Appells reicht es nur zu zwei Heim-Erfolgen, gegen den VfL Wolfsburg (1:0) und gegen den VfB Stuttgart (2:0).

Schlechteste Auswärtsbilanz: Sechs Punkte in gegnerischen Stadien sind für den SC Freiburg 2004/05 die schlechteste Ausbeute seiner Bundesliga-Historie.

Nie wirkt das „Modell Freiburg“ abgenutzter und uninspirierter als in dieser Saison.

Die Heimspielverderber: Ein Minusrekord fällt mal in eine andere Saison. 2009/10 bleibt der SCF in sechs aufeinanderfolgenden Heimspielen ohne Tor und stellt sogar einen Bundesligarekord auf, den sie allmählich gerne loswerden wollen. Immerhin steigen sie trotz der Megaflaute nicht mal ab.

Pokal fatal: Auch im DFB-Pokal leistet sich der SC einige schmerzliche Pleiten. Als frischer Bundesligist erreicht man 1994 das Viertelfinale und bekommt das vermeintlich leichteste Los in der Trommel: Zweitligaabstiegskandidat TeBe Berlin und den auch noch zuhause, aber der SC verschusselt sein Freilos ins Halbfinale (0:1) beinahe fahrlässig. In der nächsten Saison ist schon in der 1. Runde Schluss: 1:3 bei Drittligist Stuttgarter Kickers. Es ist nur der Auftakt einer Pannenserie gegen Amateure. Es folgen Niederlagen gegen Sportfreunde Siegen 1998 (0:1), Darmstadt 2001 (4:6 n. Elfmeterschießen) und die Spvgg. Unterhaching (1:3) 2011. Außerdem scheidet man als Bundesligist fünfmal gegen Zweitligisten aus. Ein Film über den SC im Pokal müsste man wohl „Vorsicht, Falle!“ betiteln.

Das DFB-Pokal-Finale 2022 gegen RB Leipzig endete im Elfmeterschießen – und Freiburg verlor. Es war die größte Chance auf den ersten Titel der Vereinsgeschichte, und sie wurde vergeben. Für die Hater war es der Beweis, dass Freiburg zwar schön spielt, aber in den entscheidenden Momenten nicht die Nervenstärke hat.

Alle Kapitel: 01. Prolog 02. Good to Know 03. Für die Hater 04. Für die Lover 05. Schlüsselfiguren 06. Personae Non Gratae 07. Tragisch 08. OMG — Oh My God 09. Fun Facts 10. Special Moments 11. Weise Worte 12. Steckbrief [Annex]
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